Ausgabe 04/22 -

„Gemeinsam schaffen wir mehr“

Die Raiffeisenkasse Überetsch feiert heuer ihren 50. Geburtstag. Im Mittelpunkt ihrer Geschäftsphilosophie steht der Mensch. Das gilt für die Mitglieder und Kunden ebenso wie für die Mitarbeiter. Mit Obmann Philipp Oberrauch blicken wir auf die Meilensteine der Bankgeschichte zurück und schauen in die Zukunft.

Herr Oberrauch, bitte vervollständigen Sie den folgenden Satz: Die Raiffeisenkasse Überetsch ist heute …

Philipp Oberrauch: … eine starke Genossenschaftsbank, welche sich den Bürgerinnen und Bürgern sowie den Betrieben vor Ort verpflichtet fühlt: als Ansprechpartner für alle Finanz- und Versicherungsangelegenheiten, als zukunftsweisender Arbeitgeber sowie als spürbare Kraft im Tätigkeitsgebiet.


Welches sind die Eckdaten der Bank?

Die Raiffeisenkasse Überetsch hat 5.000 Mitglieder, 19.000 Kunden aus Eppan, Kaltern und Tramin, ein Kundengeschäftsvolumen in Höhe von 1,3 Mrd. Euro und eine Eigenkapitalausstattung von 71 Mio. Euro – die Bank ist also breit und solide aufgestellt.

Was zeichnet die Raiffeisenkasse Überetsch besonders aus?

Das sind die kurzen Entscheidungswege, kompetente und motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Markt- und im Innenbereich sowie eine gute Organisation. Wir sind uns stets unserer sozialen Verantwortung gegenüber unserem Tätigkeitsgebiet, unseren Mitarbeitern und der Umwelt bewusst. Die Raiffeisenkasse Überetsch ist seit neun Jahren „audit familieundberuf“ zertifiziert, 96 Prozent der Mitarbeiter kommen aus dem Tätigkeitsgebiet und das Verhältnis zwischen Frauen und Männern ist nahezu ausgeglichen. Zusätzlich besteht ein hausinternes ESG-Team, welches kontinuierlich Maßnahmen zur Verbesserung der Nachhaltigkeit ausarbeitet.

50 Jahre sind eine lange Zeit. Können Sie uns die wichtigsten Meilensteine nennen?

Am 10. November 1972 hatte der Landesausschuss die Eröffnung eines Bankschalters in St. Pauls genehmigt, drei Tage später konnte die Raiffeisenkasse St. Pauls/Eppan ihre Tätigkeit aufnehmen. Nach 35 Jahren öffnete auf Bestreben der Gründungsmitglieder im Überetsch erstmals wieder ein eigenes genossenschaftliches Bankinstitut einen Schalter, nachdem die Wirren des Faschismus die damalige Raiffeisenkasse zur Schließung gezwungen hatten.

In den Jahren 1973 bis 1976 wurden nacheinander Geschäftsstellen in Kaltern, St. Michael/Eppan und Girlan eröffnet und somit das Ziel erreicht, die Hauptorte des Überetsch mit einem Raiffeisen-Bankschalter bedienen zu können. 1985 und 1990 folgten noch zusätzliche Bankschalter in Frangart und der Gemeinde Tramin. Seitdem hat sich die Bank stark entwickelt, sieht man von einem kurzen Einbruch während der Immobilienkrise 2007 – 2009 ab. Heute reiht sich die Raiffeisenkasse Überetsch unter die fünf größten Raiffeisenkassen Südtirols.

Einweihung des neuen Verwaltungssitzes in St. Michael / Eppan am 28. Oktober 1984

Raiffeisenkasse Ueberetsch Einweihung des neuen Verwaltungssitzes am 28. Oktober 1984

Welche Schwerpunkte zeichnete die Geschäftspolitik der letzten wirtschaftlich herausfordernden Jahre aus?

Unser oberstes Ziel war es, auch in dieser schwierigen Phase unseren Mitgliedern und Kunden als Garant für Zuverlässigkeit und Stabilität zur Seite zu stehen. Vor allem haben wir versucht, immer einen Schritt voraus zu sein und keine Schalter zu schließen. Zudem haben wir in kürzester Zeit unsere digitalen Kanäle und das Kunden-Service-Center ausgebaut. Dadurch konnten wir, trotz der Kontaktbeschränkungen, mit unseren Kunden in Verbindung bleiben, um gemeinsam, je nach Situation, individuelle Lösungen zu finden.

Ist der Genossenschaftsgedanke überhaupt noch aktuell?

Der Gedanke ist aktueller denn je. Neben den digitalen Diensten, die Standard sein müssen, werden heute verstärkt der persönliche Kontakt und das Vertrauen gesucht. Eine Genossenschaftsbank ist mit dem Ort und seinen Bürgern vernetzt, ist immer da für Kunden, die Vereine, öffentliche und private Einrichtungen und fördert die lokalen Kreisläufe, die immer wichtiger werden. Vor allem kann sie aufgrund ihrer lokalen Verwurzelung Risiken besser einschätzen und schneller hilfreich sein. Der Grundgedanke einer Genossenschaftsbank ist: GEMEINSAM schaffen wir mehr.

In den letzten Jahren wurde der Mitgliedschaft in der Raiffeisenkasse verstärkt Rechnung getragen. Warum ist diese so bedeutend?

Mitglieder genießen in der Raiffeisenkasse Überetsch einen besonderen Status. Sie bilden die Basis unserer Genossenschaftsbank und haben gezeigt, dass sie in besonderen Momenten der Geschichte unserer Bank bestimmend sein können. Ihre Interessen stehen im Mittelpunkt unseres Geschäftsmodells und prägen unsere tägliche Arbeit. Nicht zuletzt versuchen wir durch unsere exklusiven Mitgliederveranstaltungen das Bewusstsein für die Bedeutung der Mitgliedschaft zu stärken.

Wagen wir einen Blick in die Zukunft: Wo steht die Bank morgen? Was sind dabei die größten Herausforderungen?

Auch in Zukunft möchten wir unserer Rolle als spürbare Kraft im Tätigkeitsgebiet gerecht werden. Dazu werden wir mit gewohnter Vorsicht weiterwachsen, um stets attraktiv und solide zu sein, jedoch in einem geänderten Umfeld. Dieses wird digitaler und dennoch persönlich sein und die Nachhaltigkeit zum Schwerpunkt haben. Wir werden uns durch schnelles Anpassungsvermögen auf kurzfristig geänderte Situationen auszeichnen müssen.


Raiffeisenkasse Ueberetsch Zertifikatsverleihung Audit Familie und Beruf 2017

Die Raiffeisenkasse Überetsch steht für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Geschäftsführer Edl Huber und Mitarbeiterin Manuela von Gelmini mit dem Zertifikat „audit familieundberuf“, das von der Autonomen Provinz Bozen und der Handelskammer verliehen wurde.


Das Jubiläumsjahr wird gebührend gefeiert, was ist bereits erfolgt und was geplant?

Bei unserer Jubiläumsfeier am 21. Juli auf Schloss Sigmundskron haben wir gemeinsam mit unseren Mitgliedern Rückschau auf die Geschichte der Raiffeisenkasse gehalten und den Blick auf unsere Vision für die Zukunft gelegt. Im Herbst werden weitere Veranstaltungen, unter anderem speziell für Neumitglieder, folgen. Was genau, wird aber noch nicht verraten.