Ausgabe 02/18 -

Der Englhof liegt in Schleis nahe Mals im Obervinschgau und ist seit über 200 Jahren im Besitz der Familie Agethle. Neben Viehhaltung und Viehzucht der bedrohten Rinderrasse „Original Braunvieh“ bewirtschaftet die ­Familie Agethle 9 ha Grünland und 1 ha Getreide, welches kontrolliert biologisch angebaut wird. Seit 2003 wird die betriebseigene Milch zu Käse verarbeitet. Daraus entstehen drei Käsesorten: Arunda (Weichkäse), Tella (Schnittkäse) und Rims (Hartkäse), benannt nach den Gipfeln der Sesvennagruppe. In den Sommermonaten ­kommen die Tiere traditionell auf die Alm, in dieser Zeit wird kein Käse hergestellt.

Im Wandel der Zeit

In den letzten 10 Jahren wurde am Betrieb Englhorn vieles verändert. So wurde ein Laufstall für die behornten Tiere gebaut, das Wohnhaus ­saniert und eine für die Eigenversorgung genutzte­ ­Photovoltaikanlage installiert. Vor kurzem konnte Alexander Agethle das an den Hof unmittelbar angrenzende Gebäude, eine ehemalige Dorfsennerei, erwerben. Damit ging der lange ersehnte Wunsch einer neuen Hof­käserei in Erfüllung. Durch den Neubau der Käserei konnte die Qualität des Käses weiter ver­bessert werden. Überzeugt von der Sinnhaftigkeit ­kleiner lokaler Kreisläufe und der Idee, die Qualität der Lebensmittel weiter zu verbessern, verzichtet Alexander zur Gänze auf jeglichen Zukauf von Futter­mitteln außerhalb der Region, es wird ausschließlich Bioheu gefüttert.

Wie viel ist ein Englhorn wert?

Wie sollte die neue Hofkäserei finanziert werden? Alexander Agethle versteht sich als bäuerlicher Unternehmer, und so wurde das Projekt über drei Schienen finanziert: Eigen­kapital, ­einem Ethical-Banking-Kredit der ­Raiffeisenkasse und über den „Käsevorverkauf“ per Crowd­funding. Wer hier Geld in das Projekt investiert, erhält im Gegenzug Käsegutscheine über mehrere Jahre, die sogenannten „­Englhörner“. Das Crowdfunding-Finanzierungsmodell kam sehr gut an, über 180 Personen beteiligten sich daran. Alexander Agethle: „Es gibt uns unheimlich viel Kraft, zu wissen, dass so viele Leute uns ihr Vertrauen schenken und uns unterstützen.“ ­Familie Agethle hat bereits viele Auszeichnungen erhalten, darunter den Ökologie­preis Vinschgau 2017.