Ausgabe 04/16 -

Wo die Kühe noch Hörner tragen

Anna und Alois Berger haben sich ihren Lebenstraum erfüllt. Gemeinsam mit ihren vier Söhnen bewirtschaften sie den Unterschweighof in St. Nikolaus/Ulten. Für ihren Einsatz und ihre Begeisterung für die Bergwirtschaft wurde die Familie heuer mit dem Raiffeisen Bergbauernpreis 2016 ausgezeichnet.

Als Alois Berger vor über 20 Jahren den Hof Unterschweig oberhalb von St. Nikolaus übernahm, hatten er und Bäuerin Anna einen großen Traum: Den Hof auf 1.750 m im Vollerwerb zu führen und von dem, was am Hof wächst und produziert wird, leben zu können. Bereits 1993 wurde deshalb begonnen, die gesamte Rohmilch am Hof zu Käse, Butter sowie Joghurt zu verarbeiten. Im Laufe der Zeit wurde die ­eigene Käserei immer weiter ausgebaut und erweitert. Auf dem „Unterschweighof“ leben Kühe und Kälber von der seltenen Rasse „Original Braunvieh“, die Stute Ulli, eine Menge Katzen und Hasen, zwei Laufenten, Schweine und Hühner mit Hahn. „Hier dürfen die Kühe noch Hörner tragen. Das ist nicht nur artgerecht, sondern das wirkt sich auch positiv auf die Qualität der Milch aus“, berichtet Alois.

Mehrere Standbeine

Besonders stolz ist Alois Berger auch auf den kürzlich eröffneten neuen Hofladen. Am Hof gibt es einen Kräuterschaugarten mit über 80 verschiedenen Heil- und Gewürzkräutern wie ­Lavendel, Thymian, Salbei und Origano. Die meisten Kräuter werden zum Verfeinern der ­diversen Käsesorten verwendet, aber auch für Tees, für Kräuter- und Blütensalze oder für Kräuterkissen. Die veredelten Produkte werden erfolgreich im eigenen Hofladen und über das „Biokistl“ verkauft, aber auch an die lokale Gastronomie und Geschäfte geliefert.
Ein weiteres Standbein für den „Unterschweighof“ sind seit einigen Jahren auch die Ferienwohnungen, welche in typisch Ultner Bauweise errichtet wurden.

Dabei wurde ausschließlich unbehandeltes Massivholz vom eigenen Wald wie Fichte, Lärche und Zirbenholz verwendet. Das Ferienhaus wurde von der Qualitätsmarke „Roter Hahn“ mit den begehrten vier Blumen ausgezeichnet und erhielt die Spezialisierung „Urlaub auf dem höchsten Bergbauernhof“.

 

Mit dem Ethical-Banking-Förderkredit konnte der Bau des neuen Hofladens, die Erweiterung der Hofkäserei sowie die Errichtung der Photovoltaikanlage auf dem Dach des Schweinestalls finanziert werden.

 

Mehr dazu unter: www.ethicalbanking.it