Ausgabe 03/19 -

Wo altes Handwerk weiterlebt – Museumsprojekt Plattersäge

Zu Besuch bei Paul Gruber in St. Johann im Ahrntal und seinem Handwerksmuseum

In St. Johann in Ahrntal treffen wir Paul Gruber, von Beruf Grundschullehrer mit großer Passion für alte Handwerksberufe. Im Jahre 2009 erfuhr Paul, dass die „Plattersäge“, die letzte von insgesamt acht „Venezianergattern“, die es im Dorf früher gab, einem Neubau weichen musste. So beschloss er kurzerhand, die alte Dorfsäge in Handarbeit ab- und wieder aufzubauen. Dasselbe Schicksal drohte dann 2011 der letzten Dorfschmiede „Schmiede an der Wiere“, und ­wiederum war es Paul, der beschloss, die Einrichtung in eigener Initiative anzukaufen und vor Ort wieder aufzubauen.

Museumsidee reift

Daraus entstand dann die Idee, ein altes Handwerksmuseum zu errichten und der ­Öffentlichkeit frei zugänglich zu machen. ­Sowohl Schmiede als auch die Plattersäge sind wieder funktionstüchtig. „Mittlerweile hat sich dies ­herumgesprochen, und es besuchen uns viele Schulklassen sowie Interessierte und ­Ein­heimische, die noch selbst mit solchen ­Maschinen gearbeitet haben. Auch kommen immer wieder Leute vorbei, die mir alte Maschinen und Geräte aus früheren Zeiten vorbei­bringen, damit diese hier aufbewahrt und besichtigt ­werden können“, berichtet Paul voller Stolz.


Förderkredit von Ethical Banking

Die Finanzierung erfolgte ausschließlich mit privaten Mitteln, der Auf- und Abbau mit sehr viel Eigenleistung. Gruber: „Unterstützung bekam ich nur durch einen Förderkredit von Ethical Banking, worüber ich sehr dankbar bin. Bei dieser Finanzierung verzichten Sparer auf eine hohe Rendite und die Bank auf große Gewinne und es werden nur soziale, ökologische und sinnvolle Projekte finanziert. Dies kommt meiner Philosophie sehr nahe und ergänzt sich perfekt. Auch mein Projekt wirft keine ­Gewinne oder Renditen ab und wurde mit viel Mühe und persönlichem Einsatz realisiert. Mir ist es ­wichtig, alte heimische Kulturgüter zu pflegen und für die Nachwelt zu erhalten.“ Das Museum steht allen Interessierten zur Besichtigung offen; um Anmeldung wird ­gebeten.