Ausgabe 06/19 -

Und wer schützt die Helfer?

Das Südtiroler Ehrenamt zählt rund 168.000 Personen in 5.340 Non-Profit-Organisationen und ist damit das Gebiet mit den meisten Ehrenamtlichen in ganz Italien. Tagtäglich übernehmen sie Arbeit und Verantwortung in den verschiedensten Bereichen. Aber wie sind Menschen, die helfen, abgesichert?

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Im Fußballverein, in der ­Musikkapelle, bei der Bergrettung oder der Feuerwehr, in Jugendeinrichtungen oder im Seniorenclub – die Freiwilligenarbeit prägt in Südtirol nahezu alle Bereiche unseres Lebens. Sie wird hauptsächlich über Vereine und Verbände organisiert. Um von einem Ehrenamt sprechen zu können, müssen fünf Merkmale erfüllt sein: Die Tätigkeit ist freiwillig und unentgeltlich, wird kontinuierlich und auf organisierte Weise ausgeübt und kommt anderen zugute. Mit der Reform des Dritten Sektors wurden für Vereine und andere Non-Profit-Organisationen in Italien grundlegende Neuerungen eingeführt. Verschiedene Rechtsgebiete, vom Zivil- und Arbeitsrecht bis hin zum Steuerrecht, spielen im Ehrenamt eine wesentliche Rolle. Aber auch der Versicherungs- und Haftungsbereich ist essenziell und muss entsprechend berücksichtigt werden. Die Raiffeisenkassen unterstützen seit Jahrzehnten viele ehrenamtliche Vereine und Organisationen finanziell und sorgen auch für den umfassenden Versicherungsschutz ­ihrer ­Mitglieder.

Haftpflicht- und Unfallversicherung

Wer sich ehrenamtlich engagiert, ist in der Regel haftpflichtversichert und damit gegen Schadenersatzansprüche versichert, aber eine gesetzlich vorgesehene Haftpflichtversicherung gibt es nicht. Im Zweifel sollen Ehrenamtliche nachfragen, ob ihr Verein auch haftpflichtversichert ist. Vereine und Verbände, die über den Raiffeisen Versicherungsdienst versichert sind, haben für ehrenamtliche Mitglieder eine Sammel-Haftpflichtversicherung abgeschlossen. Die Versicherung springt für alle Mitglieder ein.
Da bei einem Unfall der gesetzliche Unfallschutz nicht greift, ist es ratsam, dass der ­Verein/Ver­band eine Unfallversicherung abschließt. Auch eine Rechtsschutzversicherung wird vom ­Raiffeisen Versicherungsdienst empfohlen.

Verein „Südtiroler Ärzte für die Welt“

Ein Beispiel für eine gut funktionierende und langjährige Zusammenarbeit zwischen Ehrenamt und Raiffeisen ist der Verein „Südtiroler Ärzte für die Welt“. Für die im Jahr 2001 gegründete Hilfsorganisation, die in Notstands- und Armutsgebieten weltweit Hilfe leistet, hat der Raiffeisen Versicherungsdienst ein maßgeschneidertes Versicherungspaket geschnürt. Damit sind die Ärzte während ihrer Aufenthalte in den Einsatzgebieten unfallversichert. Die Versicherung greift bei Unfällen, die sich während der Freiwilligenarbeit in den Entwicklungsgebieten sowie auf dem Hin- oder Rückweg vom Wohnort zum Einsatzgebiet ereignen.

Mit Sicherheit gut vorgesorgt – Schutz vor Risiken

2.200 Vereine und Organisationen sind im Landesverzeichnis der ehrenamtlich tätigen Organisationen Südtirol eingetragen. Ca. 60 % davon sind über den Raiffeisen ­Versicherungsdienst versichert.

Quelle: Amt für Kabinettsangelegenheiten und RVD

Raiffeisen versichert Organisationen aus unterschiedlichen Sektoren: Zivilschutz, Umwelt und ­Soziales; Wirtschaft, Handwerk und Landwirtschaft; Kultur und Sport; sowie ­verschiedene Veranstaltungen.

Quelle: RVD