Ausgabe 01/15 -

„Heidi und Peter“ in den Zillertaler Alpen

Mit ungewohnten Tierlauten wird man beim Kleinstahlhof empfangen. Und auch das ungewohnte Hinweisschild „Hier wird net g’meckert“ deutet bereits auf eher seltene Mitbewohner eines landwirtschaftlichen Biobetriebes hin: Helmut Großgasteiger hat sich auf Ziegenhaltung spezialisiert.

Einst war der Kleinstahlhof über Luttach ein üblicher Bauernhof mit neun Milchkühen, der nebenerwerblich geführt ­wurde. „Im Jahre 2006 entdeckte ich jedoch meine Leidenschaft für die Ziegenhaltung. Von dieser Passion angetrieben, reifte der Beschluss, eine Ziegenzucht mit hofeigener Käserei zu errichten. Diese betreibe ich nun im Vollerwerb und nach Bioland-Richtlinien“, erzählt Helmut Groß­gasteiger. Biolandwirtschaft bedeute für ihn vor allem eine geschlossene Kreislaufwirtschaft, ­wenige Einkäufe und dafür umso mehr die ­Nutzung vorhandener Ressourcen am Hof.

UNKOMPLIZIERTE ZIEGEN
Mittlerweile tummeln sich über 60 Ziegen und Kitze um den Kleinstahlhof und fühlen sich augen­scheinlich sehr wohl an den steilen ­Hängen. „Vor allem die unkomplizierte Haltung der Tiere sowohl an den steilen Hängen auf 1.225 m als auch im Laufstall weiß ich sehr zu schätzen“, berichtet der Kleinstahlhof-Bauer. Im Unterschied zu Milchkühen seien Ziegen sehr viel wendiger und hinterlassen keine Tritt­schäden in der Wiese. Die gesamte Milch wird direkt am Hof verarbeitet.

FÖRDERKREDIT FÜR LAUFSTALL
Es werden mehrere Käsesorten hergestellt mit so klingenden Namen wie „Heidi“ und „Peter“ oder „Schnucki“. Verkauft werden Produkte wie Joghurt, Frisch- und Streichkäse sowie Quark vor allem ab Hof, aber auch einzelne Geschäfte im Tal werden mittlerweile direkt beliefert. „Dank Ethical Banking konnte Helmut den Kuhstall in einen Laufstall für Ziegen umbauen. Für dieses Projekt stellte Ethical Banking über die Partner-Raiffeisenkasse Tauferer-Ahrntal einen entsprechenden Förderkredit zur Verfügung“, erklärt Roland Furgler, Projektleiter von Ethical Banking.