Ausgabe 02/16 -

Ein kleines Kräuterparadies am Fuße des Ortlers

In der Ortschaft Stilfs im Vinschgau hat sich Siegi Platzer ein kleines Paradies geschaffen. Seit 2005 widmet sich der ehemalige Bankangestellte mit großer Leidenschaft der Welt der Kräuter.

Ursprünglich wollte Siegi Platzer Schafe und Ziegen halten, entschloss sich dann aber für den Kräuteranbau. Dass dieser nachhaltig erfolgt, liegt Siegi Platzer am Herzen. Die Pflanzen ­werden auf über 1.300 m Meereshöhe nach strengen biologischen Richtlinien angebaut. Platzer: „Unsere Kräuterfelder sind seit mehreren Generationen in Familienbesitz und wurden noch nie mit chemisch-synthetischen Mitteln gedüngt.“ Angebaut wurde früher, was man selbst zum ­Leben brauchte. Das ist heute in Stilfs nicht anders. Die Felder sind umgeben von Wiesen und Erdäpfeläcker für den Eigengebrauch. Viele verschiedene Kräuter bilden ein ausgewogenes Miteinander. Der Boden wird so schonend wie möglich aufbereitet. Auch wild wachsende ­Kräuter wie Königskerze, Hirtentäschel, Hopfen oder Schafgarbe werden bis zu einer Meeres­höhe von 2.500 m gesammelt. Sie wachsen dort, wo sie sich am wohlsten fühlen. „Dass sie jedes Jahr wieder wachsen, zeigt uns, dass wir nachhaltig arbeiten“, berichtet Siegi stolz. Daraus werden edle Kräutermischungen, Kräuterkissen, Cremen u. a. m. gefertigt.

Schonende Kräuterverarbeitung

Die Kräuter werden von Hand gepflückt, getrocknet und zu Teemischungen und reinsortigen Tees verarbeitet. Schon anhand der leuchtenden Farben erkennt man, dass die wertvollen Inhaltsstoffe erhalten blieben. Für die Tees werden die Blüten und Blätter im Ganzen verwendet. Vor kurzem hat Siegi Platzer in der Laubengasse in Glurns einen Tee-Salon mit Geschäft und Bistro eröffnet. Vertrieben werden die „Stilfser Bergkräuter“ aber vor allem in Italien, Deutschland, Österreich und der Schweiz; auch in andere Länder wird erfolgreich exportiert. Der Ethical-Banking-Förderkredit wurde für die Realisierung der Trocknungs- und Verarbeitungsräume der Kräuter verwendet.
„Ich finde es großartig und lobenswert, dass Ethical-Banking-Kunden mit ihren Spareinlagen zugunsten der biologischen Landwirtschaft die lokale Wirtschaft unter­stützen. Unsere Dankbarkeit können wir als Biobetriebe mit der Produktion von hochwertigen und gesunden Lebensmitteln ausdrücken“, meint Siegi Platzer.