Ausgabe 05/14 -

Der richtige Schutz vor digitalen Friedensstörern

Im Internet surfen ist wie Autofahren: reinsetzen und losfahren! Aber Vorsicht, denn auch auf der Datenautobahn kann es gefährlich sein. Doch bei richtigem Schutz der Geräte – und somit auch der Privatsphäre – ist auch die virtuelle Welt zu meistern. Einige Tipps gegen digitale Friedensstörer.

Wie viele andere Unternehmen investieren auch die Raiffeisenkassen viel in die Sicherheit der eigenen (Web-) Anwendungen. So ist etwa die sichere Nutzung von Onlinebanking längst selbstverständlich geworden. Eine Schattenseite hat diese Entwicklung allerdings auch: Nutzer gehen zunehmend sorgloser mit dem Internet um und vernachlässigen die Sicherheit, obwohl ihnen diese gleichzeitig enorm wichtig ist. Dabei kann die Eigenverantwortung für die Sicherheit der Geräte zuhause von niemandem abgenommen werden. „Einen Basisschutz kann jeder mit relativ wenig Aufwand sicherstellen“, sagt Robert Hartner, Sicherheitsexperte im Raiffeisenverband. Er hat die folgenden Tipps zusammengestellt.

 

1. SOFTWARE UND SYSTEM AKTUELL HALTEN

Je neuer die Windows-Version, desto sicherer! Benutzen Sie Windows 7 oder 8, aber nicht Windows XP oder ältere Varianten, denn für letztere werden von Microsoft keine Sicherheitslöcher mehr gestopft. Spielen Sie rasch die Aktualisierungen für alle Softwareprodukte, Browser und das Betriebssystem ein. Nutzen Sie die automatische Aktualisierung. Eine gute Hilfe zum Auffinden veralteter Softwareversionen unter Windows bieten der „Personal Software Inspector (PSI)“ von Secunia oder der „ROL Health Check“ von Raiffeisen OnLine.

 

2. ANTIVIRENPROGRAMM INSTALLIEREN

Die Installation eines Antivirenprogrammes ist unter Windows ein MUSS! Kostenlose Antivirenprogramme bieten einen guten Basisschutz, aber kommerzielle Varianten haben noch mehr und bessere Schutzfunktionen. Auch Besitzer von Smartphones und Tablets sollten an den Einsatz eines Antivirenprogramms denken. Zurzeit sind rund 98 % aller neuen Viren für mobile Geräte für das Betriebssystem Android von Google ausgelegt. Besitzer von Apples iOS, Blackberry oder Windows Phone werden derzeit eher verschont. Wer ausschließlich Apps von Googles Play Store installiert, für den ist das Risiko einer Infektion gering. Die Gefahr kommt vorwiegend aus den alternativen Download-Portalen.

3. ZUGANGSDATEN SICHER AUFBEWAHREN

Gehen Sie sorgfältig mit Ihren Zugangsdaten um: Bewahren Sie Passwörter und Benutzernamen sicher auf. Ändern Sie unbedingt von Herstellern voreingestellte Passwörter und wechseln Sie generell alle Passwörter in regelmäßigen Abständen. Verwenden Sie unterschiedliche Zugangsdaten für die verschiedenen Anwendungen und Dienste.

 

4. VORSICHT BEI E-MAILS

Vorsicht beim Öffnen von E-Mail-Anhängen! Schadprogramme werden oft über Dateianhänge in E-Mails verbreitet. Im Zweifelsfall fragen Sie beim Absender nach, ob E-Mail oder Anhang tatsächlich von ihm stammt. Wenn der Absender nicht bekannt ist, sollten Sie den E-Mail-Anhang nicht öffnen. Klicken Sie keine Links in Mails an, sondern nutzen Sie für wichtige Webadressen – wie die Ihrer Bank – die gespeicherten Lesezeichen (Bookmarks). Seien Sie misstrauisch, wenn Sie:

  • E-Mails von Ihrer Bank mit „vertraulichen“ Informationen bekommen oder solche angefordert werden; – angeblich etwas geerbt oder gewonnen haben;
  • eine Rechnung, ein Ticket oder Ähnliches von einem Unternehmen bekommen, mit dem Sie nie etwas zu tun hatten. Absender in E-Mails lassen sich leicht fälschen! Internetlinks lassen sich so darstellen, dass sie der echten Adresse täuschend ähnlich sehen.

 

5. HERKUNFT VON SOFTWARE PRÜFEN

Vergewissern Sie sich vor dem Download von Programmen, ob die Quelle vertrauenswürdig ist. Gehen Sie nach Möglichkeit direkt auf die Webseite des Herstellers, dies gilt besonders für Sicherheitssoftware wie Antivirenprogramme. Auch Betrüger schalten Werbebanner bei den bekannten Suchmaschinen und locken mit unglaublichen Angeboten.

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QUELLE: TREND MICRO – BERICHT ZUR SICHERHEITSLAGE IM 1. QUARTAL 2014, NETMARKETSHARE.COM

6. MIT PERSÖNLICHEN INFORMATIONEN „GEIZEN“

Seien Sie zurückhaltend mit der Weitergabe persönlicher Informationen. Online-Betrüger sprechen ihre Opfer individuell an und benutzen dazu auch Informationen aus sozialen Netzwerken. Surfgewohnheiten oder Namen aus dem persönlichen Umfeld werden dazu genutzt, Vertrauen zu erwecken.

 

7. DRAHTLOSE NETZE VERSCHLÜSSELN

Wenn Sie Funkverbindungen (Wireless LAN, WiFi) nutzen, achten Sie besonders auf eine Verschlüsselung Ihrer Kommunikation. Zuhause sollte jeglicher Datenverkehr mit dem Verschlüsselungsstandard WPA2 verschlüsselt sein. Bei Nutzung von öffentlichen Hotspots sollten Sie nur verschlüsselte Protokolle wie HTTPS oder IMAPS einsetzen.

 

8. DATEN SICHERN

Kommt es trotz aller Schutzmaßnahmen zu einer Infektion des PCs, können alle Daten verloren gehen. Mobile Geräte wie Laptops können einen Festplattenschaden haben oder entwendet werden. Erstellen Sie deshalb regelmäßig Sicherungskopien Ihrer Daten auf externen Fest platten oder einem anderen Computer.

 

9. WEBFILTER NUTZEN

Ein lokaler Webfi lter warnt vor gefährlichen Seiten, auch wenn noch keine unmittelbare Gefahr besteht. Meiden Sie solche Seiten, da hier ein erhöhtes Risiko besteht. Außerdem ist ein Webfi lter für Kinder- und Jugendschutz hilfreich. Siehe Artikel Jugend und Internet.

 

10. GETRENNTE GERÄTE NUTZEN

Nutzen Sie getrennte Geräte für unterschiedliche Zwecke: Ein „Unterhaltungs-PC“ für Spiele, Musik, Filme oder Softwaretests und ein streng geschütztes Gerät für ernsthafte Anwendungen wie Onlinebanking oder Verwaltungsaufgaben. Dabei muss es nicht immer ein PC sein, es kann auch ein Tablet oder Ähnliches benutzt werden. Wichtig ist nur, dass alle Geräten entsprechend geschützt sind. Für alle Arten von Geräte gilt: Je sicherer ein System sein soll, desto weniger darf darauf installiert sein.

VORTRAGSREIHE – SICHERHEIT IM INTERNET

Viren, Würmer, Trojaner, Spyware, Phishing, Spam – Angriffe aus dem Internet sind so vielfältig wie ihre Namen selbst. Bei einer Veranstaltungsreihe der Südtiroler Raiffeisenkassen für Mitglieder und Kunden informieren Raiffeisen-Experten u. a., wie man sich und die eigenen Kinder im Internet schützt, wie man online sicher einkaufen und Bankgeschäfte tätigen kann und wie man sich in sozialen Medien sicher bewegt.

 

14.10. Sterzing, Raiffeisensaal 19:30–21:00 Uhr

22.10. Prad, Aquaprad, 19:00–20:30 Uhr

23.10. Eppan, Lanserhaus, 19:00–20:30 Uhr

28.10. Bruneck, Raiffeisen Forum, 19:00–20:30 Uhr

29.10. Raiffeisenkasse Lana, 19:00–20:30 Uhr

30.10. Brixen, Raiffeisensaal, 19:00–20:30 Uhr

04.11. St. Vigil in Enneberg, Raiffeisensaal, 20:00 Uhr

07.11. Stern in Abtei, Raiffeisensaal, 20:00 Uhr