Ausgabe 04/15 -

Innovativer Vorverkauf von landwirtschaftlichen Produkten

Über ein neuartiges Direktfinanzierungsmodell können interessierte Verbraucher Warengutscheine vom Zöhlhof in Feldthurns erwerben und erhalten dafür über Jahre Bioprodukte.

Der Zöhlhof befindet sich auf der ­rechten Talseite des Eisacktales oberhalb des Villnößer Stausees auf einer Höhe von 630 m über dem Meeresspiegel. Er ist seit mehreren ­Generationen im Besitz der Familie Unterfrauner und besteht gegenwärtig aus über zwei Hektar Weinbau aus der biologischen Landwirtschaft, über ein Hektar Obstbau, vier Hektar Almwiesen und ebenso viel Wald.

Verbraucher können sich beteiligen

Die Investitionssumme von rund 250.000 Euro soll unter anderem durch den Waren-Vorverkauf (Art. 1472 C.C.) aufgebracht werden. „Kunden, Verbraucher, Genießer und Interessierte können sich ab sofort mit kleinen Beteiligungen in Form von Waren-Vorverkäufen auf unserem Biohof einbringen“, erklärt Zöhlhof-Bauer Josef Unterfrauner. „Sie kaufen heute Warengutscheine und wir garantieren ihnen für die nächsten zehn Jahre landwirtschaftliche Produkte von unserem Hof wie Äpfel, Apfelsaft und Wein.“ Nach einer Vertragsunterzeichnung und der Banküberweisung erhält der Kunde die Absicherung in Form von Gutscheinen, die jährlich über die folgenden zehn Jahre verteilt zugesendet werden. Es zählt somit der Warenpreis von heute, unabhängig von Teuerung und Geldentwertung. Außerdem bietet es dem Zöhlhof-Bauern die Möglichkeit, eine vertrauensvolle Beziehung mit seinen Kunden aufzubauen und den Wert ­natürlicher Nahrungsmittel zu vermitteln.

Unterstützt wird diese Initiative vom Förderverein Ethical Banking. Nach der Hofkäserei Englhorn in Schleis und dem Moserhof in Steinhaus ist dies bereits das dritte Direktfinanzierungsmodell in Südtirol.

Obstgrund und Kornkammer

Über den Waren-Vorverkauf der landwirtschaftlichen Produkte sollen zwei Projekte finanziert werden, die nun anstehen: der Ankauf von etwa einem halben bis einem Hektar Obstgrund und die Renovierung eines historischen und denkmalgeschützten Nebengebäudes, der „Kornkammer“. Diese soll in Zukunft auch der Allgemeinheit für kulturelle Veranstaltungen, Ausstellungen, Theater-, Musik- und Kabarettabende zur Verfügung stehen.